Dieser Tag beginnt für alle Schüler in der Turnhalle.
Es wird ein Halbkreis gebildet und Menschen im weißen Kittel stellen sich uns vor. Sie haben keine richtigen Namen, sondern werden stattdessen nur mit Buchstabe und Zahl benannt.
Wir Schüler werden in vier Gruppen eingeteilt, einer aus jedem Team geht mit den "Weißkittel – Menschen" nach draußen und bekommt eine wichtige Aufgabe. Sie sind der Spitzel dieser Gruppe und müssen permanent gegen seine Gemeinschaft arbeiten, mit Argumenten oder seinem Handeln. Wer nicht genug gegen sein Team gearbeitet hat, wurde mit dem Codewort „grüne Wand“ darauf aufmerksam gemacht.
Im zweiten Teil dieses Projektes bekommen alle Schüler Warnwesten, so dass jeder gleich
aussieht und statt mit Namen werden alle jetzt mit einer Kombination aus Buchstaben
und Zahl angesprochen. Wieder wurde in Gruppen gearbeitet, diesmal bekommt jede einen Ballon. Natürlich erhält jedes Team eine andere Farbe. Dieser Ballon steht für ein Leben und darf keinesfalls kaputt gehen, sonst ist man tot. Wir müssen uns für oder gegen verschieden Sachen entscheiden, für Beleidigungen gibt es Bonuspunkte. Die Gruppe mit den meisten Punkten ist am längsten am Leben.
Im letzten Spiel gilt es...
...wieder Entscheidungen zu treffen. Entweder einer in der Gruppe wird „getötet“, dafür gibt es Minuspunkte oder alle werden getötet, das gibt dann Pluspunkte.
Am Schluss sollen die Schüler entscheiden ob sie der Meinung sind, dass sie die Sieger sind oder ein anderes Team. Natürlich sind alle von ihrer Gruppe überzeugt.
Doch welch große Enttäuschung – die Sieger sind die Menschen in den weißen Kitteln.
Frustriert gehen wir in den Nebenraum. Dort klärt uns der Leiter diese Projektes über die Hintergründe auf, dass die einzelnen Schüler Spitzel waren, sich haben leiten lassen oder die Gruppe hat Entscheidungen treffen lassen, nur auf deren Vorteil aus.
Und wie einfach es ist, sich manipulieren zu lassen – das ist uns heute klar geworden und sollten wir nicht vergessen.